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Coronavirus – und dann hat’s mich doch erwischt!

Mein Team und ich waren wohl seit Monaten die einzigen bei uns in der Tierklinik, die noch regelmässig Maske trugen. Einerseits aus Rücksicht auf eine unserer Kolleginnen, die schwanger ist und andererseits auch aus dem Wunsch heraus, sich mit dem Coronavirus einfach nicht infizieren zu wollen. Gleichzeitig waren wir alle einigermassen entspannt, da ausreichend geimpft.

Die meisten von uns wurden aber auch privat und auf dem Arbeitsplatz entspannter und waren längst wieder in die «prä-pandemische» Lebensweisen eingetaucht, sind wieder gereist, auf Parties und mit Freuden unterwegs. Dieses Frühjahr hatte es dann aber an unserer Tierklinik ein Team nach dem anderen «erwischt», meist an Kongressen und Weiterbildungen. Viele waren glücklicherweise nur kurz krank, einige hatten jedoch schon ein paar miserable Tage im Bett hinter sich.

Wo habe ich mich angesteckt?

Vor vier Wochen hatte ich nach einem gemütlichen Abendessen im Restaurant (ja – einem der ersten in mehr als zwei Jahren) auf dem Heimweg «Atemweh». Nicht Halsweh, kein Kratzen, nein, leichte Schmerzen in der Luftröhre und den oberen Bronchien. Das hatte sich so deutlich nach einer Atemwegsinfektion angefühlt, dass mir klar war, mir wahrscheinlich nun doch eine Corona-Infektion eingefangen zu haben. Wo war mir nicht klar, die Infektion musste ja 2-3 Tage früher stattgefunden haben.

Ist testen noch nötig?

Klar! Mein Schnelltest war wie zu erwarten zunächst negativ (zu früh), der PCR am nächsten Tag dann positiv. Natürlich habe ich alle meine Kontaktpersonen informiert, meine Abendessen-Freunde, meinen Sportcoach und meine Mitarbeiter:innen. Glücklicherweise hatte ich niemanden weiter angesteckt, ausser natürlich meinen lieben Mann. Dieser blieb dann mit meinem positiven Test ebenfalls daheim und wurde am nächsten Tag auch kränklich und PCR positiv, obwohl bei ihm die Symptome glücklicherweise ebenfalls mild blieben.

Diabetes mit Fieber – wirklich ein Mist!

Am nächsten Tag tat mir dann alles weh, ich war erschöpft, müde und fror. Sogar die Hühnerhaut hat weh getan. Ich war unter dem Strich nicht sehr krank, hatte aber etwa 3 Tage Fieber und wollte vor allem schlafen. Mein Blutzucker war aus diesem Grund leider all-over-the-place, auf jeden Fall nicht im Normbereich. Wie bei jedem Infekt kommt es bei einer Coronavirus-Infektion zu einer starken Entzündungsreaktion – der Abwehrreaktion des Körpers gegen die Viren, die zu einer starken Insulinresistenz führt. Die Insulinresistenz mit den zusätzlichen «krank»-Stresshormonen machen den Blutzucker viel schlechter kontrollierbar. Ausserdem bin ich drei Tage nur rumgelegen und habe geschlafen, keine Bewegung, kein Sport, darauf ist meine Insulinpumpe nicht vorbereitet.

Fieber und Medtronic 780G – das klappt nicht gut.

Meine Medtronic 780G kam mit dieser Situation wie erwartet nicht klar. Sie hat zwar nachkorrigiert wie wild, aber bei einem viralen Infekt ist bei mir der Insulinbedarf teilweise fast doppelt so hoch. Bis sich der Algorithmus dieser Pumpe an eine solche Änderung anpassen würde, würde es 1-2 Wochen dauern. Glücklicherweise kann man die Pumpe in den alten Modus (analog der 640G) zurückschalten und dort die voreingestellte Basalrate prozentweise erhöhen. Damit kam ich über die Runden, wie gesagt mit etwa doppelt so viel Insulin wie normal.

Aufpassen, Händewaschen, Lüften, Maske

Glücklicherweise war nach etwa einer Woche der Spuk vorbei und meine Kräfte kehrten rasch zurück. Die Besserung erkannte ich zuerst am Insulinbedarf, sobald das Fieber weg war, war auch dieser wieder reduziert.

Trotzdem habe ich weiterhin auch in Zukunft keine Lust auf Virusinfektionen. Ich werde immer noch viel Lüften, in öffentlichen Verkehrsmitteln Maske tragen, mir oft die Hände waschen. …. und zur Grippeimpfung habe ich mich bereits angemeldet.

2 Gedanken zu „Coronavirus – und dann hat’s mich doch erwischt!“

  1. Liebe Ca’la

    Heieiei, nöd guet. Ich bin aber sehr froh, dass ihr beiden den Scheiss überstanden habt. Du leider nicht so easy wie Schnäuzelchen.
    Item.
    Ich freue mich, euch demnächst wieder mal herzen zu dürfen.
    Vorfreudig, DamnC

    1. Danke, Du Lieber. Ja, bald wieder mal herzen wäre ideal! Schnäuzelchen wird sich in die Terminfindung einbringen.

      liebe Grüess!! Cah’la

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